Meine nächste Reise auf AIDA

Meine nächsten Workshops an Bord finden vom 07. bis 27. April 2017 auf AIDAStella statt.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Zweiköpfige Baumschlange

Hier wieder einmal etwas Gehäkeltes. Diese Idee hatte ich schon einmal in die Tat umsetzen wollen, habe den Versuch aber aus irgendeinem Grund abgebrochen. Nun habe ich nochmal begonnen und die Kette ist auch wirklich fertig geworden.


Die 2,7 mm großen Rocailles habe ich als Großpackung in Barcelona gekauft. Sie sind sehr unregelmäßig, das gibt dem Ganzen aber Struktur. Die Augen sind 4mm Bicones. Der Körper ist mit Umfang 18 mit 50er türkischem Baumwollgarn mit festen Maschen gehäkelt.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Peyotearmband

Von den vielen schönen Peyotemustern der Französinnen beeindruckt, habe ich mich auch einmal hingesetzt und mit Bleistift auf Rasterpapier ausgetobt. Das ist dabei herausgekommen:



Muschelscheibe

Hier kommt noch eine ganz einfache Kette, die schon mehrfach Aufmerksamkeit erregt hat. Ich habe eine Muschelscheibe eingefaßt und dann eine einfarbige Spiralerope angebracht.



Sonntag, 11. Oktober 2009

Die dritte Tasse

In diesen Tagen wird wieder viel über die DDR geschrieben. Hier auch eine kleine Erinnerung von mir an diese Zeit.

Wie ja bekannt ist, habe ich vor 25 Jahren einen Seemann geheiratet. Ob mir damals schon klar war, was auf mich zukommt? Jein. In der Theorie war und ist alles doch etwas anders als in der Praxis, trotzdem möchte ich mit niemandem tauschen.

Der Beruf meines Mannes weckte unter den Nachbarn, Freunden, Arbeitkollegen ja sogar in der eigenen Familie Begehrlichkeiten und auch Neid. Er durfte das Land verlassen und wurde noch dafür bezahlt. Die andere Seite, daß wir Ehefrauen und auch die Kinder unter besonderer Beobachtung standen, haben viele nicht gesehen. Gab es Probleme, sei es in der Schule oder im Beruf, hieß der gute Rat immer: "Dein Mann muß halt seinen Beruf wechseln". Allein an dieser Antwort konnte man ablesen, daß diese Leute keine Ahnung hatten oder haben. Als Seemannsfrau ist man immer "nur" die zweite Liebe, das muß man so akzptieren.

Hilfe und Unterstützung fanden wir in unserem Seemannsfrauenclub, den es in fast jeder größeren Stadt gab. Wir trafen uns zum Reden, organisierten Feiern, Kinderfeste und Ausflüge und waren füreinander da. So war ich auch schon ein wenig darauf vorbereitet, was dann geschah.

Der gesamte Haushalt "weiß" genau, wann der Herr des Hauses wieder auf Reisen ist. Meistens dauert es nur ein paar Tage, bis das erste Gerät entzwei geht. Es bleibt dann auch meist nicht lange alleine. Für solche Fälle haben wir dann unsere "Männer für alle Fälle". Das sind gute Freunde oder auch Familienmitglieder, die man bei Bedarf zu Hilfe ruft.

Hans war also mal wieder abgereist und die Klospülung fing an zu tropfen. Ich mußte also meinen "Mann für alle Fälle", Harry, benachrichtigen. Da wir noch kein Telefon hatten, wir standen aber auf der Dringlichkeitsliste, rief ich ihn auf seiner Arbeit an. Er kam dann am nächsten Abend vorbei, um zu schauen, um welchen Schaden es sich handelte. Da der Dichtungsring besorgt werden mußte, versprach er in zwei Tagen wieder zu kommen, was er auch tat.

Einen Tag nach der erfolgten Reparatur klingelt es an der Wohnungstür. Ich öffne und vor mir steht der ABV. Das war der Abschnittsbevollmächtigte, also ein Polizist, der für einen bestimmten Wohnbereich zuständig war. Er drehte verlegen seine Uniformmütze in den Händen und druckste etwas herum. Da mich meine Seemannsfrauen-Kolleginnen informiert hatten, wußte ich eigentlich schon, was er wollte. Ich bat ihn erstmal herein und bat ihm im Wohnzimmer einen Stuhl an.

Verlegen begann er: "Wir haben da Informationen bekommen und ich soll mich erkundigen, ob es vielleicht Probleme in Ihrer Ehe gibt."

Ja, dazu muß ich nun erklären, daß man bei der Reederei auf der einen Seite immer daran interessiert war, daß die Seeleute eine Familie, also Frau und Kinder hatten, damit sie auch wiederkämen, auf der anderen Seite fürchtete man nichts so sehr wie Eheprobleme und mögliche Scheidungen. Damit ein deprimierter Seemann dann nicht etwa im Nord-Ostsee-Kanal an Land sprang, durften solche Wackelkandidaten nur noch rechts herum fahren also zu den Ostessehäfen in Polen oder der Sowjetunion oder man schickte sie erstmal in Urlaub.

Jemand hatte also Harry gesehen und eine entsprechende Meldung abgegeben. Dafür kanem eigentlich nur noch drei weitere Mietparteien auf unserem Flur in Frage, denn sonst konnte niemand wissen, wohin er gegangen war. Daraufhin hatte also der ABV den Auftrag erhalten, sich der Sache anzunehmen. Da er vorher noch nie mit Seeleuten und ihren Familien zu tun hatte, war es ihm hochgradig peinlich.

Ich kochte uns einen Kaffee, wir redeten ein bißchen über das Leben einer Seemannsfrau, ich zeigte ihm die Klospülung und er zog wieder ab.

Ein gutes Jahr später gab es wieder einen häuslichen Notfall, der sogar drei Besuche von Harry notwendig machte. Ich wartete schon und siehe da, kaum ging Harry das dritte Mal aus der Wohnung, traf er auch schon den ABV. Der bekam dann wieder seine Tasse Kaffee, beguckte sich die Reparatur und ging. Vorher meinte ich noch: "Nun waren Sie auch schon zwei Mal bei mir, nicht daß jemand auf die Idee kommt, daß wir ein Verhältnis haben."

Er antwortete: "Da haben sie recht" und ging.

Von nun an brauchten wir immer drei Tassen Kaffee, weil der ABV nie mehr allein bei mir erschien sondern immer einen Kollegen als Anstandswauwau mitbrachte.

Das ist eine der Kurzgeschichten von Anna Bird, andere sind in verschiedenen Anthologien bei Visionart leider bisher nur als E-Book erschienen sind. http://www.visionsart.de/

Möglichkeiten

Als ich das Büchlein "Flights of Fancy" in die Hände bekam, war ich beeindruckt. Peyote geradeaus fädeln kann ja jeder aber solche Konturen verführten mich dazu, es auch einmal zu probieren. Ich habe die Originalkonturen des Anhängers "Possibilities" genommen und ihn dann farblich nachempfunden. Das ist dabei herausgekommen:



Komplettiert habe ich den Anhänger mit einem Häkelschlauch mit Umfang 5 aus schwarzen Rocailles 11/0.



Freitag, 9. Oktober 2009

Wenn einer eine Reise tut ....

dann kann er viel erzählen oder auch eine Menge perlen. Ich bin ja erklärter Kreuzfahrtfan und habe die Seetage auf der Reise in den Hohen Norden genutzt und einiges gefädelt.

Eigentlich wollte ich ja auch häkeln, habe aber das Muster konsequent falsch aufgezogen, so daß diese Kette gleich im Flugzeug wieder zurück in die Tasche wanderte und bis heute nicht mehr angesehen wurde. Irgendwie war sowieso der Wurm drin in meinen Vorbereitungen. Da habe ich soviel geplant und dann doch das Falsche eingepackt.

Zuerst habe ich den Ruffled Bangle von Shelley Nybakke angefangen. Mittendrin gingen mir dann die Perlen aus und ich mußte warten, bis ich nachbestellt hatte. Nun ist er aber schon lange fertig.




Dann habe ich die Cascade von Laura McCabe in Angriff genommen, mußte aber feststellen, daß der größte Stein einen anderen Schliff hatte als die anderen beiden. Also wurde wieder umdisponiert und aus dem größten Stein wurde die "Swirling Sun" aus der B&B August 2008. Die beiden kleinen warten nun auf den großen Bruder im selben Schliff.


Ja und dann habe ich mein bisher umfangreichstes Schmuckstück gefädelt, die "Collecting Leaves" von Linda Gettings aus der B&;B Dezember 2007.


Ich habe die Kette länger gefädelt als in der Anleitung beschrieben und einen anderen Verschluß angebracht.
Hier noch eine Detailaufnahme:

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Bisherige Wettbewerbsbeiträge 2009

In diesem Jahr habe ich mich bisher an zwei Wettbewerben beteiligt.
Zuerst gab es bei www.perlenhaekeln.de den Wettbewerb zum Thema "Regenbogen".
Dazu hatte ich mir einen Regenbogen in Schlauchkettenform ausgedacht. Das heißt, ich habe je Farbe drei Farbtöne genommen, diese im Umfang 30 mit 15/0 Rocailles und allmählichen Farbübergängen verhäkelt. Als die Kette dann fertig war, mußte ich trotz der vielen vorherigen Berechnungen feststellen, daß sie überhaupt nicht am Hals lag, weil sie für ihre Dicke zu kurz war. Damit hatte sich das gute Stück in meinen Augen für den Wettbewerb disqualifiziert und wurde wieder aufgetrennt.
Da mich die ganze Sache aber weiterbeschäftigte, habe ich sie nochmal, nur mit etwas längeren Abschnitten je Farbton, gehäkelt, wurde aber nicht mehr bis zum Einsendeschluß fertig. Hier ist das Ergebnis:



Zum Wettbewerb habe ich dann noch schnell eine Verlegenheitslösung eingereicht, die dafür, daß sie so entstanden ist, ganz gut abgeschnitten hat. Hier kommen die "Rainbow-Spheres":



Ich mußte sie heute nochmal fotografieren, weil ich die ursprünglichen Fotos verbummelt habe.

Dann war da noch der Wettbewerb von I-Perlen zum Thema Blumen. Dafür habe ich ein Gerüst aus 13/0 Rocailles gehäkelt.






Darauf wurden dann die einzelnen Primelblüten und Blätter genäht.






Ich denke, sie kommen recht gut an die Originalblüten heran.



Montag, 5. Oktober 2009

Ein bißchen Glitzer muß sein

Nachdem ich mir das Buch "Creating Crystal Jewelry" von Laura McCabe zugelegt hatte, mußte ich natürlich auch mit dem Fädeln anfangen.Ehrlich gesagt, sind mir die Originalschmuckstücke zu überladen. Also habe ich mir die Sahnestückchen herausgepickt und diese dann mit Häkelschläuchen kombiniert.

Zuerst habe ich mich an der Dahlia versucht.


Dann kam der Anhänger vom "Interlocked Necklace" an die Reihe:




Ja und als bisher letztes Objekt der Begierde mußte ein "Crown Jewel" her.




 Damit ich den Schlauch nicht annähen mußte habe ich ihn für den Durchgang durch das Juwel schmaler gemacht. War nicht gerade eine bequeme Häkelei :-)

Freitag, 2. Oktober 2009

Minischlaufen

Bei der Kette mit den Frühlingsblumen störte mich etwas, daß die Blumen nicht so auffallen, wie ich es wollte. Mein Mann brachte mich auf die Idee, zu versuchen, sie plastisch herauszuarbeiten. So kam ich auf die Minischlaufen. Dabei werden die Bildmotive nicht durch eine Perle sondern durch jeweils 3, 5 oder sogar 7 Perlen dargestellt.


 

Bei meinen Versuchen mußte ich dann aber feststellen, daß sich breitflächige Muster nicht so gut für diese Technik eignen, da sich der Schlauch verzieht und teilweise auch sehr hart und unbeweglich wird. Die beste Kombination ist ein Grundschlauch mit 11/0 Rocailles und Schlaufen mit 15/0.

Da ich offene Armreifen liebe, wegen des unkomplizierten An- und Ausziehens, habe ich hier noch einen Armreif mit dem Blattmotiv von Schmuckstück:




 

Zum Abschluß habe ich dann noch das Motiv der Eidechse abgewandelt und diese Kette gehäkelt:




 

Und da die Kette allein zu langweilig war, mußte noch die frischgeschlüpfte Echse mit Eierrest dazu gehäkelt werden.





Ein Kornfeld im Sommer

Als ich das Buch "The Beaders Floral" von Liz Thornton und Jill Devon in Händen hatte, habe ich mich sofort in die dort gezeigten Kornblumen verliebt. Der Schritt, ein Kornfeld im Sommer darstellen zu wollen, war schnell gemacht. Die Umsetzung dauerte etwas länger, was auch daran lag, daß sich die Mohnblume lange erfolgreich wehrte, so auszusehen, daß ich sie akzeptieren konnte.



Die Kette besteht aus Rocailles in 11/0 von Miyuki. Der Schlauch ist in zwei Gelbtönen mit Umfang 10 gehäkelt. Für die Mohnblüte habe ich ihn aufgesplittet und einen Stengel abgeleitet, der in einer Häkelkugel endet. Die Blütenblätter sind im Brickstitch gefädelt.



Scarabäus

Zum Thema Ägypten hatte ich noch ein drittes Stück angefertigt, das ich dann aber nicht zum Wettbewerb eingereicht habe, weil der Scarabäus ein Entwurf von Felinda Bullock ist. Das Auge des Horus habe ich gezeichnet.


Das sich das Prinzip des offenen Armreifs gut bewährt hat, habe ich es auch bei diesem Stück angewendet. Das Innenleben ist hier ein Aluminiumstab mit abgerundeten Schnittkanten.




Donnerstag, 1. Oktober 2009

Wettbewerbsbeiträge (2)

Auch im Jahr 2008 gab es noch ein paar Häkelwettbewerbe, die dann aber von den Wettbewerben in der freien Technik also Häkeln oder/und Fädeln abgelöst wurden.

Gleich zu Jahresbeginn wurde das Thema Winter, Eis und Kälte bearbeitet. Hier mein Beitrag dazu:




Diese Kette ist aus 11/0 Rocailles gehäkelt. Der Iglu und der Eisberg wurden mit 15/0 Rocailles gehäkelt bzw. gefädelt.



Ich habe lange daran herumgetüftelt, wie man ein Polarlicht auf eine Schlauchkette bannt.



Dann kam das Thema, das mir bisher am besten gefallen hat, da ich so viele Ideen dazu hatte. Aus Geld- und Zeitmangel habe ich mich mit zwei Stücken am Thema "Ägypten" beteiligt.
Zuerst wollte ich das Niltal darstellen, so wie ich es mir durch die Romane von Christian Jacq vorstelle.



Diese Kette ist aus 15/0  Rocailles gehäkelt. Die Palmwedel wurden in Peyote gefädelt. Das Papyrusboot ist eine Eigenkreation auf Silberdraht, um ihm die nötige Festigkeit zu geben. Für den Fluß habe ich den Schlauch aufgesplittet, um mehr "Stellfläche" zu haben.




 

Mein zweiter Beitrag war die "Segenskette des Sehetepibre".  Hier habe ich einen Schlauch mit Hieroglyphen gehäkelt. Der Name der Kette entstand, als mein Mann versucht hat, diese Hieroglyphen zu übersetzen.




Hier wurden 11/0 Rocailles  mit einem Umfang von 20 verhäkelt. Die Kobra ist ebenfalls gehäkelt, der Kragen ist in Peyote gefädelt. Diese Kette liegt durch ihr relativ großes Gewicht ganz hervorragend am Hals.




Dann kam der Sommer und damit der Sommerlochswap. Es gab wieder vorgegebene Muster und zwei Farben.

Das kam bei mir dabei heraus:




Bei dieser Kette habe ich  13/0 Rocailles verhäkelt, die ich mir aus Wien mitgebracht hatte.

Ja und dann kamen die freien Wettbewerbe. Zuerst wurde das Thema "Farbe macht Laune - Lila" bearbeitet.
Ich habe dazu diese Kette gehäkelt und gefädelt:




Der Schlauch ist gehäkelt, die Blätter nach der bekannten Technik gefädelt.  Verarbeitet habe ich Rocailles in 11/0.



Zu guter Letzt gab es dann noch das Thema "Cellinis". Dazu gab es von mir nochmal etwas in lila.






Ein paar Worte

zu den im Titel erwähnten Geschichten.
Wie bekannt ist, leben wir schon einige Jahre in Spanien, in einer Gegend in der sich Leute der verschiedensten Nationalitäten angesiedelt haben. Die Unterschiede untereinander sind klein aber fein und das führt so manches Mal zu Situationen, die zum Schmunzeln oder auch zum Nachdenken anregen. Auch beim Eingewöhnen gab es so manche nette Episode. Ich versuche, diese Anekdoten in Kurzgeschichten festzuhalten. Hier eine kleine Kostprobe:

Seit einigen Jahren arbeite ich in einer kleinen, regionalen Immobilienfirma an der Costa Blanca. Es gibt ein Hauptbüro in der nächsten Stadt und eine Zweigstelle in der Urbanisation „El Sueño“. Wir sitzen direkt auf der Baustelle, na gut, mit den Jahren hat sich die Baustelle etwas von uns wegbewegt, wir haben nicht mehr den direkten Baulärm vor der Tür aber trotzdem sind wir noch dicht dran am Baugeschehen. Mit dem Ohr an der Menge, freiwillig oder nicht, erfährt und erlebt man so manches Geschichtchen. Gedrängt von Bekannten und Verwandten entstand so diese Sammlung.

Van Klaas

Das Telefon klingelt: Spanien Immobilien, womit kann ich Ihnen helfen?
- "Hier ist die Lokalpolizei. Kommen Sie bitte zum Grundstück 96. Wir brauchen Sie hier für eine Identifikation."
-"Was ist passiert?"
-"Kommen Sie her, dann werden Sie sehen."

Ich fahre also zum Grundstück 96. Dort wohnt seit knapp einem Jahr Familie Van Klaas. Beide großgewachsen, kräftig und sehr resolut. Sie sind typische Holländer, das heißt, sie sind sehr direkt in ihrer Art, Frau Van Klaas noch mehr als er.

Dort angekommen, öffnet ein Polizist die Tür. Ein anderer steht vor dem Sofa, auf dem die Eigentümer des Hauses wie Häufchen Unglück sitzen. Der Polizist hat eine dicke Beule an der Stirn und wirkt nicht gerade freundlich. Als ich das Wohnzimmer betrete, versucht Frau Van Klaas aufzustehen, wird aber vom Polizisten daran gehindert.

Ich gucke etwas verständnislos zu seinem Kollegen, den ich von anderen Aktionen her kenne. Er fragt: "Kennst Du diese Personen?"
- "Ja, das sind die Eigentümer. Was ist denn los?"
- "Wir wurden zu einem vermeintlichen Einbruch gerufen und diese Frau hat meinen Kollegen mit einer Bratpfanne angegriffen."

Nun sehe ich die Pfanne auch auf dem Tisch stehen. Frau Van Klaas beginnt zu reden wie ein Wasserfall. Aus der Flut entnehme ich, daß sie einkaufen waren. Beim Betreten des Hauses haben sie vergessen, die Alarmanlage auszuschalten. Als der Alarm losgeht, versucht Herr Van Klaas den Code einzugeben, irrt sich in der Aufregung aber mehrmals. Erst nach fünf oder sechs Anläufen gelingt es ihm, den Lärm abzustellen. Während seiner Fehlversuche ruft die Alarmzentrale bei ihnen an, Frau Van Klaas geht ans Telefon, versteht nicht, was dort gefragt wird, ruft hysterisch etwas in niederländisch und hat natürlich auch das Codewort vergessen.

Die Alarmzentrale hat, da sie einen Einbruch vermutet, die Polizei benachrichtigt. Die Polizisten nähern sich dem Haus, ohne zu klingeln. Frau Van Klaas hat jemanden gehört und postiert sich hinter der Eingangstür mit einer Bratpfanne in der Hand. Als der eine Polizist die Tür öffnet und durch den Spalt guckt, erhält er einen Schlag vor den Kopf.

Die Reaktion der Polizisten folgt auf dem Fuße, beide werden überwältigt und auf das Sofa verfrachtet. Da beide wirklich nicht nach einem Einbrecherpärchen aussehen, fällt dem mir bekannten Polzisten ein, daß es ja noch unser Büro gibt und daß wir vielleicht diese Personen kennen. So kam ich also dazu.

Nachdem das geklärt war, begann Herr Van Klaas, ein typischer Choleriker, sich aufzuregen und mit einer Anzeige gegen die beiden Polizisten zu drohen, da sie widerrechtlich sein Haus betreten hätten. Es kostet mich einige Mühe, ihm zu erklären, daß er mit dem Vertrag über die Alarmanlage auch einem Polizeieinsatz zugestimmt hat, denn was hätte er gesagt, wenn wirklich ein Einbruch passiert wäre. Als der verletzte Polizist mitbekommt, daß sich Herr Van Klaas ereifert, droht er seinerseits mit einer Anzeige wegen tätlichen Angriffs auf einen Polizisten. Nun muß ich also auch noch die Staatsgewalt beruhigen. Ich versuche dem Polizisten zu erklären, daß diese Familie noch unerfahren im Umgang mit Alarmanlagen ist und so verunsichert, wie sie waren, nicht mehr klar denken konnten. Gut, daß das Familie Van Klaas nicht verstanden hat, denn sonst hätten sie mich noch gelyncht. Es geht noch etwas hin und her, wobei ich versuche, bei den Übersetzungen die Schärfe herauszunehmen und so zu einer Einigung zu kommen. Letztendlich verzichten beide Parteien auf eine Anzeige und Frau Van Klaas lädt die beiden Polizisten zu einem Kaffee ein, den sie dann auch annehmen.

Das ist eine der Kurzgeschichten von Anna Bird, die in verschiedenen Anthologien bei Visionart leider bisher nur als E-Book erschienen sind. http://www.visionsart.de/